50 Jahre Neuseeländer Club Baden

KELTERN-WEILER wg. Eine logistische Herausforderung war es für die Kleintierzüchter in Weiler, die Clubschau zum 50-jährigen Jubiläum des Badischen Neuseeländer Clubs auszurichten. „Wir konnten 163 Tiere aus vier Landesverbänden, davon vier Tiere aus der Schweiz ausstellen. Das ist für den Kleintierzüchterverein C655 eine Premiere“, sagte Reiner Bianchi, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins Weiler und des Neuseeländer Clubs Baden.  Bei der Jubiläums-Länder-Vergleichs-Schau waren Züchter der Neuseeländer Clubs aus Rheinland-Pfalz, Rheinland-Nassau, dem Saarland und Baden vertreten. Die roten Neuseeländer-Kaninchen seien die meistgezüchtete Kaninchenrasse, sagte der Ausstellungsleiter Karl Elsässer. 103 rote und 60 weiße Kaninchen, nur die schönsten der Züchter, durften die Besucher am Wochenende bewundern. „Neuseeländer hört sich exotisch, fast abenteuerlich an“, sagte der Schirmherr der Veranstaltung Bürgermeister Ulrich Pfeifer. Er ermunterte dazu, dieses verantwortungsvolle Hobby weiter zu pflegen, das auch etwas Erfüllendes sei. „Der Kleintierzüchterverein Weiler ist ein sehr aktiver Verein, der Neues wagt und den Respekt und die Unterstützung der Gemeinde verdient“, sagte das Ortsoberhaupt. Zuchtvereine leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander in kleinen Orten. Er stellte den vielen auswärtigen Gästen die Gemeindestruktur vor und lud sie ein, auch mal ganz privat die schöne Weingegend zu erkunden.


„50 Jahre Clubarbeit, Weiterentwicklung der Zucht, Züchterfreundschaften, Kameradschaften und Züchterverbindungen über die Ortsgrenzen, Landesgrenzen und zum Teil auch Bundesgrenzen hinaus“, feierten die Neuseeländer-Kaninchenzüchter Baden. Elf Züchter gründeten am 25. Mai 1958 in Pfungstadt bei Darmstadt den Deutschen Roten Neuseeländerclub. Der Hauptförderer des neuen Clubs war Dr. Kißner aus Darmstadt. Er war es, der das Zuchtmaterial aus Frankreich, Holland und der Schweiz besorgte und unter den Mitgliedern austauschte.


Der Club wurde in Sektionen aufgeteilt. „Zucht und Verbreitung der Roten Neuseeländer standen in Europa unter keinem günstigen Stern. Die Rasse ist in den Strudel zweier Weltkriege geraten und wurde beide Male nahezu vergessen. Noch 1958 zählte man sie in Deutschland zu den seltenen Rassen, obwohl sie alle Voraussetzungen erfüllten, um eine Ausnahmeerscheinung unter den Rassekaninchen zu sein“, sagte Bianchi, der seit 1999 den Badischen Neuseeländerclub leitet. Die züchterischen Erfolge machten die badischen Züchter weit über die Landesgrenzen für ihr gutes Zuchtmaterial sowie für ihre zum Teil großen Erfolge bekannt. So konnten bei den zehn besten Tieren eines Clubs schon mehrere 1. 2. und 3. Plätze errungen werden. Vor 70 oder 80 Jahren war es der wirtschaftliche Gedanke der zur Zucht angetrieben habe. Heute sei es die Verbesserung der Farbe, des Fells und der Form mit dem Ziel, das perfekte Tier zu züchten. Dabei soll Gott nicht ins Handwerk gepfuscht werden. Vielmehr sei es die Hoffnung der Züchter, dass die schönsten Kaninchen ihre Vorzüge vererben, was jedes Jahr aufs Neue spannend sei. Doch auch die Kaninchenzüchter haben Nachwuchsprobleme im Verein. Leistungsdruck im Berufsleben, ein verändertes Freizeitverhalten und nicht überall die Möglichkeit zur Unterbringung von Ställen für eine stattliche Anzahl von Kaninchen machen sich bemerkbar. „Trotz aller Schwierigkeiten verbinde ich viele schöne Erinnerungen in den Clubverbindungen“, sagte Erich Walter, stellvertretender Vorsitzender des Neuseeländer Clubs Baden. Kameradschaftliche Verbindungen der Züchter über die Landesgrenzen hinaus lobte Oskar Leicht vom Zentralverband.

163 rote und weiße Neuseeländer Kaninchen wurden bei der Jubiläums-Clubvergleichsschau in Weiler ausgestellt.

Ehrungen:
Im Rahmen der Jubiläumsfeier in Weiler zum 50-jährigen Bestehen des Neuseeländer Clubs Baden wurden langjährige Mitglieder geehrt. Karl Elsässer erhielt die silberne Ehrennadel des Landesverbandes. Die Vereinsehrung in Gold erhielt Walter Becker, Silber erhielten Waltraud Eisenhauer, Hermann Simon, und Reiner Bianchi. Zu Ehrenmitgliedern wurden Monika Ruf und Adolf Bruckner ernannt. Dem Ehrenmitglied Helmut Dürrmeier wurde zum 70. und dem Ehrenvorsitzenden Heinz Schmidt zum 80. Geburtstag gratuliert.   

Die Geehrten im Neuseeländer Club: von links Karl Elsässer, Helmut Dürrmeier, Walter Becker, Hermann Simon, Monika Ruf, Heinz Schmidt, Waltraud Eisenhauer, Adolf Bruckner und Reiner Bianchi.



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